Die FHWN entwickelt in Wieselburg innovative Lösungen für nachhaltige Wassernutzung und optimiert Aufbereitungstechnologien.
Der Bedarf an sauberem Wasser wächst kontinuierlich – sei es in Haushalten, der Industrie oder der Landwirtschaft. Gleichzeitig werden natürliche Wasserressourcen zunehmend knapper, und die Qualität des verfügbaren Wassers ist nicht immer gewährleistet. Eine mögliche Lösung bietet die zirkuläre Wassernutzung: Durch spezialisierte Aufbereitungsverfahren kann Wasser mehrfach verwendet werden, wodurch der Verbrauch natürlicher Ressourcen verringert wird. In diesem Zusammenhang entwickelt ein Forschungsprojekt der FH Wiener Neustadt innovative Ansätze zur nachhaltigen Nutzung und Aufbereitung von Wasser.
Für eine nachhaltige Wassernutzung sind technologische Lösungen und praktisches Fachwissen notwendig. Im Rahmen des Projekts wird dieses Wissen durch eine modulare Wasseraufbereitungsanlage am Campus Wieselburg weitergegeben und weiterentwickelt. Die Anlage wird sowohl für Lehrzwecke als auch für Forschungszwecke genutzt und fördert Kooperationen mit regionalen Unternehmen. „Wir untersuchen, wie Wasser effizient aufbereitet und beispielsweise aus sekundären Quellen gewonnen werden kann, um nachhaltige Nutzungskonzepte für die Zukunft zu entwickeln“, erklärt Christian Maier, Projektleiter an der FHWN.
Modernste Infrastruktur für Studierende
Dank einer Förderung durch die Gesellschaft für Forschungsförderung konnte die Wasseraufbereitungsanlage am Campus Wieselburg aufgebaut und in Betrieb genommen werden. Ab diesem Sommersemester wird diese Anlage im Bachelor-Studiengang „Nachhaltige Produktion & Kreislaufwirtschaft“ eingesetzt, um den Studierenden praxisnahe Einblicke in Technologien zur Wasseraufbereitung zu bieten. Auch der Masterstudiengang „Lebensmittelproduktentwicklung & Ressourcenmanagement“ sowie biotechnologische Programme am Biotech Campus Tulln können die Anlage für ihre Forschungs- und Lehrzwecke nutzen.
Studierende sind aktiv in die Forschung eingebunden, sei es durch Abschlussarbeiten oder Praktika. Sie beteiligen sich an Datenerhebungen in Unternehmen oder erproben neue Aufbereitungsmethoden an den High-Tech-Pilotanlagen zur Behandlung von Prozesswässern. Erste Bachelorarbeiten, darunter eine zur Nutzung der neuen Anlage, haben bereits begonnen.
Intelligentes Wassermanagement
Die FHWN arbeitet in Zusammenarbeit mit dem Lebensmittelcluster Niederösterreich an einem Projekt, das Wassermanagementstrategien für Lebensmittelproduzenten optimieren soll. Erste Gespräche mit interessierten Unternehmen und Verwaltungseinrichtungen wurden bereits geführt.
Ein wesentlicher Ansatz ist die Pinch-Analyse, eine bewährte Methode aus dem Energiesektor, die auch auf das Wassermanagement angewendet werden soll. Sie hilft, Einsparpotenziale und Engpässe zu erkennen und Maßnahmen zur Ressourcenschonung sowie Qualitätssicherung zu entwickeln. Zum Beispiel kann dadurch in der Gemüseverarbeitung Wasser, das am Ende der Prozesskette anfällt, in vorangehenden Verarbeitungsschritten – etwa in Waschprozessen – anstelle von Frischwasser wiederverwendet werden.
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt gibt es hier.
Die vollständige Presseaussendung gibt es hier nachzulesen.