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Risikomodell für Heiland-Apotheke

Praxisprojekt, 07.11.2014
Master-Spezialisierung "Europäische Finanzierung und Risikomanagement"

Die Studenten der Vertiefung EFR erarbeiten traditionell im Rahmen der Vorlesung „Qualitative Methoden des Risikomanagements“ ein Risikomodell für einen lokalen Wirtschaftsbetrieb aus dem nicht-finanziellen Bereich. Heuer wurde zwecks Anschaulichkeit dafür die Heiland Apotheke beim Auge Gotte in Wiener Neustadt ausgewählt.
Das Risikomodell umfasste die Identifikation wesentlicher Geschäftsprozesse sowie die damit verbundenen Einfluss- und Risikofaktoren. Die ermittelten Risikofaktoren wurden nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und potenziellen Auswirkung gewichtet und priorisiert. Für als wesentlich erkannte Risiken erfolgte die Analyse möglicher Steuerungsmaßnahmen in Verbindung mit einer Abschätzung der damit verbundenen Einsparungspotenziale und Steuerungskosten. Aus der damit möglichen Kosten- / Nutzenanalyse soll das Management allfällige risikopolitische Maßnahmen bzw. Betriebsoptimierungen ableiten können. Im Rahmen einer Abschlusspräsentation am 7.11.2014 wurden Frau Mag. pharm Elda Camus die Ergebnisse präsentiert und ihr Feedback dazu eingeholt.

„Es besteht unumstritten ein erheblicher Regulierungsbedarf!“

Open Lecture, 01.04.2014
Dr. Stephan Koren, Generaldirektor der Volksbanken AG

„Die Gier ist generell groß, und auch der Neid. Nicht nur bei den Banken.“ Mit diesem Zitat des Gastreferenten eröffnete Dr. Sarah Meisenberger (Studiengangsleitung Master Wirtschaftsberatung & Unternehmensführung) am Dienstag die Open Lecture. Dr. Stephan Koren sprach im Audimax der Fachhochschule Wiener Neustadt über Zustand und Zukunft der Finanzdienstleistung und stellte sich dabei die Frage: Sind Banken eventuell nicht Verursacher, sondern vielmehr Seismograph von viel größeren Verwerfungen? Dr. Koren gab einen Überblick über die Entwicklung der Bankenlandschaft in Österreich und Europa in den letzten 100 Jahren. Waren früher ein geringer Wettbewerb das oberste Ziel und Absprachen durchaus üblich, so änderten sich die Rahmenbedingungen u.a. durch internationalen Wettbewerb massiv und der Wettbewerb sollte sich zugunsten des KonsumentInnen intensivieren. Das Finanzgeschäft wurde zunehmend globalisiert.

An der aktuellen Situation kritisierte Koren, dass es kein vernünftig abgestimmtes, gemeinsames Vorgehen nach der Krise gibt. Auch internationale Banken müssen im Insolvenzfall von nationalen SteuerzahlerInnen (nämlich in dem Land, wo die internationale Bank ihren Sitz hat) aufgefangen werden. Seine Forderung: „Regulatoren müssen vorhersehbarere und absehbarere Konsequenzen haben.“ Unvorhersehbarkeiten gibt es aber immer, die dann in Folge zu einer Bankeninsolvenz führen – und die öffentliche Hand hat dann Interesse daran einzugreifen. Derzeit suchen Banken auf der ganzen Welt nach MathematikerInnen und TechnikerInnen, die Risiko analytisch bewerten können. Genau da setzt auch die neue Masterspezialisierung „Europäische Finanzierung & Risikomanagement“ an der FH Wiener Neustadt an: Hier werden Risikofachleute wirtschaftlich ausgebildet und bekommen gleichzeitig genau das analytische Rüstzeug mit, das heute im Finanzdienstleistungssektor notwendig ist.

Nach seinem Vortrag ging Koren auch auf Fragen aus dem Publikum ein. Zum Fall Hypo Alpe Adia befragt, meinte er, Hypoanleihen waren früher das Sicherste, was es gegeben hat – waren mündelsicher. Es wäre wirklich nicht sehr hilfreich die Hypo hochgehen zu lassen, da dadurch wahrscheinlich mindestens 3 Pensionskassen insolvent gehen – und welcher Finanzminister möchte so etwas verantworten.


Fachhochschule Wiener Neustadt für Wirtschaft und Technik GmbH

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