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„Nutzen wir die Krise als Chance!“

Open Lecture, 24.10.2012
Dr. Wolfgang Ruttenstorfer, ehemaliger OMV-Chef und frühere Staatssekretär

Vor einem vollen Audimax referierte am Mittwoch der ehemalige OMV-Chef und frühere Staatssekretär Dr. Wolfgang Ruttenstorfer zum Thema ‚Ansätze für Wachstum in Europa‘. Dabei rief er zu einem solidarischen Europa auf und strich Bildung, Forschung und Entwicklung als wichtigste Investition in die Zukunft hervor: „Das wird über unsere Zukunft und unseren Wohlstand entscheiden.“

2009 war das Jahr, als die Finanzkrise begann. Seitdem herrscht Stillstand. „Mitschuld ist die mangelnde Bereitschaft zu Reformen“, konstatierte der Wirtschaftsexperte bei der Open Lecture am Campus Wiener Neustadt. Und daher stagniert auch das Wachstum. Doch: „Unsere Systeme sind auf Wachstum ausgerichtet. Gibt es kein Wachstum, werden wir ein Problem mit der Arbeitslosigkeit bekommen.“ Sein Vorschlag: „Wir müssen in Richtung einer nachhaltigen Wirtschaft gehen. Wir müssen weiter wachsen, aber unter anderen Voraussetzungen.“ Der Bildung kommt dabei eine besonders wichtige Rolle zu, denn „Human Resources“, Forschung und Entwicklung sind gerade für Länder ohne große Rohstoffvorkommen wie Österreich ein entscheidender Faktor.

Außerdem forderte Ruttenstorfer in seinem Vortag Solidarität zwischen den EU-Ländern: „Wir brauchen eine neue Vision für Europa. Es gibt den typischen amerikanischen Traum - aber was ist der europäische Traum?“ Das Besinnen auf gemeinsame europäische Werte ist für den früheren Top-Manager der wichtigste Impuls für ein künftiges Wachstum.

Bis 2020 sieht Wolfgang Ruttenstorfer die Verschuldungskrise noch andauern: „Und wir sollten diese Periode für Reformen nutzen, um uns auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten.“

Bei der anschließenden Diskussion beantwortete Ruttenstorfer Fragen zu aktuellen Themen der Wirtschaft – wie die Verschuldung Griechenlands oder die Arbeit von Rating-Agenturen.

Zentral- und Osteuropa bleibt Wachstumsmarkt

Open Lecture, 05.06.2012:
Dr. Walter Rothensteiner, Generaldirektor der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG

„Die Länder Zentral- und Osteuropas sind für Raiffeisen als Zukunftsmarkt von besonderer Bedeutung.“ Dies sagte der Generaldirektor der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG, Dr. Walter Rothensteiner, bei einem Vortrag an der Fachhochschule Wiener Neustadt.

Österreichs Banken haben Zentral- und Osteuropa (CEE) „sehr erfolgreich erschlossen“, erklärte Dr. Rothensteiner im Rahmen einer Open Lecture des Fachbereichs „Finanzwirtschaft“ an der FH Wiener Neustadt. Rund 200 Studierende und externe Interessenten nahmen an der Veranstaltung teil und verfolgten die Ausführungen Dr. Rothensteiners zum nach wie vor enormen Wachstumspotenzial am zentral- und osteuropäischen Markt. Die Gründe dafür: Im CEE-Raum sei der Investitionsbedarf in die Infrastruktur hoch. Der Wohnbestand etwa stamme zu einem großen Teil aus den 1950er und 1960er Jahren und über 20 Prozent der Bewohner haben noch kein Konto. „In Rumänien und der Ukraine sind es sogar 50 Prozent“, so Dr. Rothensteiner. Gleichzeitig gebe es einen deutlich erkennbaren Trend zu Vorsorgeprodukten, also Lebens- und Pensionsversicherungen.

Das Erfolgsrezept der RZB-Gruppe in Zentral- und Osteuropa sei immer eine starke Diversifizierung gewesen, denn so könne auch das Risiko besser verteilt werden. „Wir diversifizieren auf den drei Ebenen: Märkte, Kunden und Produkte.“ In den aktuellen Krisenregionen Südeuropas sei die RZB-Gruppe nur marginal exponiert. „Vielmehr haben wir uns seit Ende der 1980er-Jahre auf Zentral- und Osteuropa konzentriert. Wir haben damit auf die Chancen eines Wachstumsmarktes direkt vor der eigenen Türe gesetzt.“

Mit Sicherheit zum Erfolg

Open Lecture, 19.04.2012:
Dr. Günter Geyer, Generaldirektor der Vienna Insurance Group (VIG)

„Stärkung des Kerngeschäftes, Aufbau von Eigenkapital und konservative Veranlagung sowie ein starker Auftritt am osteuropäischen Markt - das sind die richtigen Reaktionen auf die Auswirkungen der Finanzkrise“, sagt der Generaldirektor der Vienna Insurance Group (VIG), Dr. Günter Geyer, bei einem Vortrag an der Fachhochschule Wiener Neustadt. Trotzdem würde es bis zu zehn Jahre dauern, „bis wir wieder ein schönes Wachstum haben“.

Der Vortrag Dr. Geyers stieß auf enormes Interesse. Knapp 150 Besucher kamen am Donnerstagabend ins Audimax der Fachhochschule Wiener Neustadt, um seine Analyse der Finanzkrise zu hören, und mehr über mögliche Gegen-Strategien zu erfahren. Dr. Geyer eingangs, „kein Versicherer, der sich auf sein Kerngeschäft konzentriert hat, hat Staatshilfe benötigt“. Unterstützung hätten nur jene Unternehmen gebraucht, die sich - ähnlich wie viele Banken - in den spekulativen Bereich begeben haben.

Grundsätzlich unterscheide sich das Geschäftsmodell von Banken und Versicherungen deutlich. Banken akzeptierten höhere Risiken, „mit dem Ziel hohe Renditen zu machen“; Aufgabe der Versicherungen sei es, Geld der Kunden möglichst sicher anzulegen: „Es ist nicht unser Hauptziel, hohe Renditen zu erreichen.“

Dr. Geyer sagte bei seinem Vortrag an der Fachhochschule, „wir brauchen mindestens zehn Jahre, bis wir wieder ein schönes Wachstum haben“. Die Herausforderungen der kommenden Jahre seien aber mit einer Stärkung des Kerngeschäftes, dem Aufbau von Eigenkapital und einer konservativen Veranlagung zu bewältigen. Sinnvoll sei es außerdem nach Regionen, Branchen und Produkten zu diversifizieren. Einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der VIG tragen die zahlreichen Beteiligungen am osteuropäischen Markt bei. Und: „Seriosität und Durchschaubarkeit sind für Kunden sehr wichtig.“

Auf die Frage eines 25-jährigen FH-Studenten, ob er, Geyer, empfehlen würde, jetzt eine Lebensversicherung abzuschließen, sagte Geyer: „Wenn Sie damit zufrieden sind, dass Sie zwischen drei und vier Prozent Ertrag bei absolut risikoloser Veranlagung erwarten dürfen, kann ich ja sagen. “

Die Geschäftsführerin der FH Wiener Neustadt, Mag. Susanne Scharnhorst, bezeichnete den Vortrag Geyers als „absolutes Highlight des heurigen Studienjahres“. Veranstaltungen wie diese seien eine Möglichkeit, das Haus zu öffnen: „Wir sind bestrebt, einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen.“ Geyer dazu: „es ist eine Auszeichnung, hier sein zu dürfen“, die FH hat ein sehr gutes Image und ihre AbsolventInnen haben eine solide Basis für eine künftige Karriere.





Fachhochschule Wiener Neustadt für Wirtschaft und Technik GmbH

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